Ärztliche Leitung
Dr. Golo Brodik
Facharzt für Allgemeine Chirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie
Zusatz-Qualifikationen:
- DEGUM Stufe I
Zusatz-Weiterbildungen:
- Spezielle Viszeralchirurgie
- Proktologie
- Ärztliches Qualitätsmanagement
Der Darm ist der wichtigste Teil des Verdauungstraktes. Beim erwachsenen Menschen ist er 5,5 bis 7,5 Meter lang, seine Oberfläche beträgt etwa 32 m². Entzündungen und Infektionen sowie Krebserkrankungen zählen zu den häufigsten Darmerkrankungen.
Der menschliche Darm teilt sich auf in Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm. Während der Dünndarm hauptsächlich für die Aufnahme der wichtigen Nahrungsmittelbestandteile wie Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette etc. zuständig ist, wird der Speisebrei im Dickdarm (Colon) durch Wasserentzug eingedickt. Der Mastdarm (Rektum) als letzter Teil des menschlichen Verdauungsapparates speichert den Stuhl bis zu seiner Ausscheidung.
Zu den Aufgaben des Darms zählen:
Darmerkrankungen treffen viele Menschen. Sie machen sich zum Beispiel bemerkbar durch Verdauungsstörungen, übel riechenden Stuhl, Flatulenzen, Durchfall, Verstopfung oder ein Reizdarmsyndrom. Ursache kann eine schlechte Ernährung sein. Aber auch psychische Faktoren wie Stress, Leistungsdruck oder Angst können Darmprobleme hervorrufen.
Der Darm lässt sich abtasten und abhören. Weitergehende diagnostische Möglichkeiten bietet die Untersuchung des Stuhlgangs, eine Gewebeprobenentnahme und eine Blutuntersuchung. Das Marienkrankenhaus Soest nutzt zudem die
Zusätzlich ist es möglich, durch eine zu schluckende Endokapsel mit einer Minikamera sowohl den Dünndarm als auch den Dickdarm unserer Patienten zu untersuchen.
In Deutschland erkranken jährlich ca. 50.000 bis 60.000 Menschen an Darmkrebs, der damit die zweithäufigste Krebserkrankung darstellt. Diese so genannten kolorektalen Karzinome entstehen sehr häufig aus zunächst gutartigen Darmpolypen. Menschen über 50 Jahre zählen zu den am häufigsten betroffenen Personen. Je früher die Darmerkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
In der chirurgischen Therapie eines kolorektalen Karzinoms wird die Entfernung des betroffenen Teils des Darmes vorgenommen. Die Chirurgen am Marienkrankenhaus Soest wenden dabei moderne standardisierte Verfahren an. In den meisten Fällen können sie minimal-invasiv operieren. Das heißt, dass die operativen Eingriffe ohne größere Schnitte durchgeführt werden.
Das Darmzentrum arbeitet nach den Vorgaben und Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft. In unser wöchentlichen Tumorkonferenz werden mit unseren internen Klinikpartnern und niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen aus vielen unterschiedlichen Fachrichtungen (Gastroenterologie, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Pathologie etc.) für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt, der sämtliche zur Zeit verfügbaren Behandlungsmodalitäten berücksichtigt.
Die chirurgische Therapie als wesentlicher Schritt der Krebsbehandlung folgt modernsten Operationsverfahren unter Anwendung konventioneller, radikal-chirurgischer Maßnahmen ebenso wie der minimal-invasiven Chirurgie. Oberste Priorität hat an unserer Klinik die korrekte onkologische Qualität des Eingriffs. So sind neben der radikalen Entfernung der Tumoren (R0-Resektion), die systematische Ausräumung der Lymphabflusswege (Lymphadenektomie), die Operation in den „richtigen“ Schichten (Complete mesocolic Excision (CME) beim Kolonkarzinom, die partielle und die totale mesorektale Exzision beim Rektumkarzinom (PME, TME) unter bestmöglicher Schonung der anderen Organe und Körperfunktionen Standard. Es wird wenn möglich und sinnvoll immer eine Anastomose, d.h. die Wiedervereinigung der gesunden Darmenden angestrebt. In bestimmten Fällen ist die Anlage eines sog. Schutzileostomas notwendig, welches sehr zeitnah meist unkompliziert wieder zurückverlagert werden kann.
Neben der onkologischen Qualität spielt für uns die Lebensqualität des Patienten nach der Operation eine entscheidende Rolle. So haben wir auch die Expertise, Frühkarzinome des Enddarms mit Hilfe der Transanal Endoskopischen Mikrochirurgie (TEM) zu entfernen. Alle Eingriffe werden, wenn immer möglich, minimal invasiv, laparoskopisch unter den Bedingungen der perioperativen Frührehabilitation (Fast Track Chirurgie) durchgeführt. Dies ermöglicht eine sofortige Mobilisation des Patienten unmittelbar nach der Operation, den schnellen Kostaufbau und eine optimierte Schmerztherapie, damit der Patient die Klinik auch nach einer großen Bauchraum-Operation frühzeitig wieder verlassen kann.
Kolon: konventionell offen oder minimal invasiv, laparoskopische Technik
Rektum: konventionell offen oder minimal invasiv, laparoskopische Technik
Die Prognose bei Dickdarmkrebs hängt entscheidend davon ab, ob der Tumor bereits in andere Organe oder Strukturen gestreut ist und ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte. Im Falle der vollständigen Entfernung ist die Tumorausdehnung bzw. das Tumorstadium der entscheidende Faktor. Gelingt es, den Tumor frühzeitig zu erkennen und vollständig zu entfernen, bestehen sehr gute Heilungschancen. Aber auch Patienten mit Metastasen eines Dickdarmkrebses z.B. in der Leber oder der Lunge haben durch gemeinsame Behandlungskonzepte von Chirurgen mit Onkologen, Strahlentherapeuten und Gastroenterologen gute Chancen, Lebenszeit bei guter Lebensqualität für die Betroffenen zu gewinnen.
Sekretariat der Chefärzte Dr. Golo Brodik und PD Dr. Ghadimi
T: 0 29 21 / 391 - 16 50
F: 0 29 21 / 391 - 15 48
Terminvereinbarung zur stationären und ambulanten Aufnahme
T: 0 29 21 / 391 - 45 90
Sprechstunden Chefarzt Dr. Golo Brodik
nur nach telefonischer Vereinbarung
freitags 10.30 - 14.30 Uhr
Sprechstunden Chefarzt PD Dr. Markus Ghadimi
Termine nach Vereinbarung
montags 10.30 - 15 Uhr
Bitte mitbringen: Vorbefunde, soweit vorhanden (aktuelle Untersuchungsbefunde, Röntgenbilder auf CD, aktueller Medikamenten-Plan)
Christliches Klinikum Soest | MITTE
(ehem. Marienkrankenhaus)
Widumgasse 5
59494 Soest