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Neu: Kinderorthopädie am Marienkrankenhaus

Kinder und Jugendliche sind ist eine ganz neue Patientengruppe, die im Marienkrankenhaus Soest jetzt erstmals in den Blick genommen wird. Chefarzt PD Dr. Matthias Klotz hat viel Erfahrung auf diesem Gebiet, weil als Kinderorthopäde in großen Zentren tätig war, bevor er nach Soest ins Marienkrankenhaus wechselte. Jetzt widmet er sich auch in Soest der jungen Generation und eine der ersten Patientinnen war die 19-jährige Milena. Sie kam zu einer Beckenumstellung (3-fach Beckenosteotomie) ins Marienkrankenhaus.

Milena hat eine angeborene Entwicklungsstörung der Hüfte (Hüftgelenksdysplasie). Die Hüftpfanne ist umgangssprachlich gesagt „zu kurz“. „Das stellt ein Risiko für einen vorzeitigen Verschleiß des wertvollen Gelenkknorpels dar und kann Schmerzen verursachen“, schildert PD Dr. Matthias Klotz. Die Schmerzen äußern sich insbesondere nach längerer Belastung durch ein Ziehen und Stechen in der Leiste und / oder im Oberschenkel. Behandelt man diesen Zustand nicht, droht ein Verlust des Gelenkknorpels. Das kann die Notwendigkeit eines künstlichen Hüftgelenkes zur Folge haben. Dank der speziellen Beckenoperation (der 3-fach Beckenosteotomie), die PD Dr. Klotz bei Milena durchgeführt hat, ist das Risiko dafür nun minimiert und sportliche Aktivitäten sollten bald wieder schmerzfrei möglich sein.

„Die Arbeit in der Kinderorthopädie macht mir besonders viel Freude, weil sich durch rechtzeitige Behandlung viele Folgeerkrankungen vermeiden lassen“, so der Chefarzt. „Diese Operation bei Milena ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Fehlstellung der Hüftgelenkpfanne (Hüftdysplasie) in jungen Jahren gut korrigiert werden kann.“ PD Dr. Matthias Klotz behandelt nicht nur angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Hüfte bei Kindern und Jugendlichen, auch Knie, Fuß und Sprunggelenk gehören zu seinem kinderorthopädischen Behandlungsspektrum im Marienkrankenhaus Soest.

Milena war übrigens nach der Operation schnell wieder auf den Beinen: Dank der minimal-invasiven Technik konnte die 19-Jährige bereits am Operationstag durch die Kolleginnen und Kollegen der Physiotherapie mobilisiert werden. Am fünften Tag nach der Operation konnte sie schon an Krücken nach Hause entlassen werden. „Es ist immer wieder bewundernswert, wie schnell bei den den sehr jungen Patienten die durchgeführten Eingriffe heilen und sie wieder fit sind“, sagt der Chefarzt.

Medizinische Hintergründe
Frühzeitig operieren, damit es später weniger Probleme gibt

Neben der Hüftgelenksdysplasie gibt es weitere angeborene oder erworbene Fehlstellungen des Hüftgelenkes, die zu einem vorzeitigen „Verschleiß“ des Knorpels führen können. Diese sollten frühzeitig erkannt und behoben werden, da sich sonst ein irreversibler Verlust des Gelenkknorpels ergibt und nicht selten bereits in relativ jungen Jahren die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks den letzten Ausweg darstellt. Ziel der Operationen - wie etwa der Beckenosteotomie - ist es, die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks hinauszuzögern oder gar zu vermeiden. Das ist möglich, indem die Form der Hüfte verändert wird, sodass die Belastungsfläche des Knorpels vergrößert wird und damit einem vorzeitigen Verschleiß (Degeneration) entgegengewirkt werden kann.

Hüftgelenkendoprothesen halten weniger lang bei jungen Patienten

Die Hüftgelenksdysplasie stellt eine präarthrotische Deformität dar. Aufgrund der Hüftreifungsstörung besteht ein Missverhältnis von Belastbarkeit und Belastung des Knorpels, was zu einem vorzeitigen „Verschleiß“ des Knorpels führt. Ist ein großflächiger Knorpelschaden einmal eingetreten, sprechen Mediziner von Arthrose. Bei einer stark fortgeschrittenen Arthrose ist die Implantation des künstlichen Hüftgelenks meistens das Mittel der Wahl zur Behandlung. Bei älteren Patienten hat sich das bewährt: Bei über 90 Prozent von ihnen halten moderne Hüftgelenksendoprothesen 20 bis 25 Jahre lang. Aber: Bei jüngeren Patienten halten die Implantate weniger lang. Daher sollte die Implantation einen künstlichen Hüftgelenks möglichst lang herausgezögert werden. Eine Operation des Beckens (Beckenosteotomie) trägt dazu bei.

Hintergrund zur kinderorthopädischen Versorgung der (Soester) Bevölkerung

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) hat in der „Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten“ Heft 4/2021 darauf hingewiesen, dass durch die Aufteilung der orthopädischen und unfallchirurgischen Landschaft in spezialisierte Untereinheiten insbesondere beim kinderorthopädischen  Angebot regionale Unterversorgungen drohen.

Die Orthopädie und Unfallchirurgie des Marienkrankenhauses Soest plant in Kooperation mit den niedergelassenen Kinderärzten, Orthopäden und Unfallchirurgen dieser Unterversorgung in der Region Soest und Umgebung entgegenzuwirken. Insbesondere bei der Behandlung von angeborenen oder erworbenen Deformitäten von Hüfte, Knie, Fuß und Sprunggelenk ist das Marienkrankenhaus bestens aufgestellt.

Im Katholischen Hospitalverbund Hellweg gibt es bereits einen weiteren Spezialisten auf diesem Gebiet. Das kinderorthopädische Angebot im Marienkrankenhaus Soest soll eine Ergänzung zum Angebot der Abteilung Kinder- und Behindertenorthopädie unter der Leitung des Chefarzt Dr. Schwering aus dem Mariannen-Hospital Werl darstellen, welcher seit Jahren in der Region erfolgreich Kinder und insbesondere Menschen mit komplexen Bewegungsstörungen behandelt.

 

 

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