03-11-2020 Pflegeschüler leiten am Marienkrankenhaus eine Station

Das „Stations-Management“ des Teilbereichs der Ebene 3 liegt bis Mitte November in den Händen der jungen Generation.

Ein Plakat auf Ebene 3 im Marienkrankenhaus zeigt 29 junge Gesichter. Es sind Pflegeschüler im 3. Ausbildungsjahr, die sich einer besonderen Herausforderung stellen: Sie übernehmen für sechs Wochen die pflegerische Leitung dieses Bereichs – selbstverständlich immer mit Rückendeckung der erfahrenen examinierten Kolleginnen und Kollegen. 

Es ist ein Quantensprung für die Schüler in der Pflegeausbildung: Wie man Patienten versorgt und umsorgt haben die angehenden Pflegerinnen und Pfleger bereits in den vergangenen zwei Jahren ihrer Ausbildung gelernt. Jetzt geht es auch um alles andere, was das echte Leben im beruflichen Alltag ausmacht. Daher läuft dieses Projekt unter dem Namen „real life“. Das „Stations-Management“ des Teilbereichs der Ebene 3 liegt bis Mitte November in den Händen der jungen Generation – von der Einteilung der Dienste bis zur Bettenverteilung. „Die Schüler müssen nun im Team gemeinsam funktionieren, alle täglich anfallenden Aufgaben untereinander aufteilen und delegieren“, erklären Marina Hohmann und Jan Janhsen. 

Die beiden examinierten Pflegekräfte sind weitergebildete Praxisanleiter und betreuen in dieser Funktion die 29 Pflege-Schüler in dem Projekt ganz eng. „Die Schüler sollen einmal selber erleben, was alles hinter den ganzen organisatorischen Abläufen steckt“, erklärt das hauptamtliche Praxisanleiter-Duo. Es geht zudem darum, dass die zukünftigen Pflegekräfte lernen, mitzugestalten und sich aktiv mit ihren Stärken einzubringen. Es ist ein Stück praktische Lebenserfahrung. Die Anforderungen, die dieser herausfordernde Beruf stellt, werden „real life“ komplettiert. „Wir müssen jetzt wirklich an alles denken, was erledigt werden muss. Das klappt nur, wenn wir im Team alle zusammenhalten“, sagt Simone Treptow, Pflegeschülerin und Teilnehmerin am real life Projekt, und ergänzt: „So viel Vertrauen zu bekommen, ist eine wirklich wertvolle Erfahrung für uns.“ 

Da die examinierten Pflegekräfte das Geschehen aus dem Hintergrund heraus unter ständiger Beobachtung haben, ist die fachgerechte Versorgung Patienten quasi „doppelt“ gesichert. Der Nachwuchs  ist höchst motiviert, sich zu beweisen und gibt alles. Dieses Engagement kommt bei den erfahrenen Kollegen ebenso wie bei den Patienten gut an. „Es ist schön zu beobachten, wie unsere Pflegeschüler über sich hinauswachsen und auch unsere Patienten sind von den jungen Kollegen sehr angetan“, freuen sich die Projektleiter Marina Hohmann und Jan Janhsen.