Premiere für Mikro-Herzpumpe

Es war ein schwerer Herzinfarkt, ein echter Herzschock. Eine Neuerung, die Mikro-Herzpumpe, kam erstmals in der Akut-Situation zum Einsatz.

Es war ein schwerer Herzinfarkt, ein echter Herzschock. „Unter normalen Umständen wären die Chancen auf ein Überleben nur sehr gering gewesen“, blickt Chefarzt Prof. Dr. Markus Flesch zurück. Vor wenigen Tagen erst ereignete sich dieser Notfall und glücklicherweise konnte das Team der Kardiologie am Marienkrankenhaus dann auf eine Neuerung zurückgreifen: Es wurde eine Mikro-Herzpumpe im Katheterlabor und anschließend auf der Intensivstation eingesetzt, die die Herzarbeit während der Infarktbehandlung und in der Erholungsphase unterstützte. Anfang dieser Woche nun kann die Patientin das Krankenhaus Richtung Rehabilitation wieder verlassen.

Chefarzt Prof. Flesch ist insbesondere nach dieser erfolgreichen Behandlung mehr als überzeugt von der in Fachkreisen benannten „kleinsten Herz-Pumpe der Welt“, der sogenannte Impella-Pumpe. „Dank dieser Technik können auch Patienten behandelt werden, für die aufgrund ihrer Vorerkrankungen oder Komplexität ihrer Herzgefäßverengungen ein minimalinvasiver Eingriff bisher nicht in Frage gekommen ist. Durch die Impella-Pumpe gewinnen wir für unsere Patienten mehr Sicherheit.“

Ganz konkret wurde bei der Soester Patientin, die mit ausgedehntem Herzinfarkt in die Klinik kam, innerhalb kürzester Zeit die Herzpumpe eingesetzt. Ähnlich wie bei einer Herzkatheteruntersuchung wird sie über die Leistenarterie bis zur linken Herzkammer vorgeschoben, wo sie die Arbeit des Herzens teilweise übernimmt. Damit wird der Kreislauf aufrechterhalten. Die Mediziner gewinnen so Zeit für die weitere Behandlung des Herzinfarktes. „Auch bei der Behandlung einer schweren Herzschwäche oder anhaltenden Herzrhythmusstörungen, in denen das Herz nicht mehr eigenständig ausreichend Blut für die Versorgung der Organe pumpen kann, ist der Einsatz der neuen Technik möglich“, schildert Prof. Flesch.

Für Laien ist die Herzpumpe mit dem Ausmaß von nur 4mm wirklich winzig, für das kardiologische Team am Marienkrankenhaus aber „eine große Sache“. Denn die Impella-Pumpe saugt das Blut in der linken Herzkammer an und transportiert bis zum 2,5 Liter pro Minute in die Hauptschlagader (Aorta). Damit wird die häufig lebensrettende Stabilisierung des Kreislaufs erreicht. Ist der Eingriff abgeschlossen, kann die Herzpumpe über den Katheter wieder aus dem Herzen entfernt werden.